Konzert

Mi 07.10. 19:00 Uhr öffentlich

In den USA lebt die synagogale Orgelmusiktradition weiter. Jüdische Komponisten, die vor dem Nazi-Terror in die Vereinigten Staaten geflüchtet waren, haben sie mitgebracht. Johannes Vetter stellt Werke von Herman Berlinski und Samuel Adler vor, denen als Kinder die Flucht mit ihren Familien gelungen war.

Siegfried Würzburger war der hochangesehene Organist der großen Synagoge im Frankfurter Westend. Der erblindete Komponist spielte am 21. November 1936 seine Variationen über das Chanukka-Lied „Moos-Tzur“. 1941 wurden er und seine Familie ins Ghetto Litzmannstadt deportiert, wo er im Februar 1942 starb.

Kaum Einer kennt seine Oper „Schwanda, der Dudelsackpfeifer“. Dabei wurde sie zwischen 1927 und 1931 weltweit über 2000 Mal aufgeführt. Jaromir Weinberger, der bei Max Reger studiert hatte, floh 1938 über Frankreich in die USA. 1948 wurde er amerikanischer Staatsbürger. 1967 nahm er sich das Leben. Seine 1954 komponierten Portraits biblischer Frauengestalten sind Juwelen der Orgelliteratur.

Louis Lewandowski gilt als einer der Pioniere der Synagogalmusik des 19. Jahrhunderts. Er war der erste jüdische Student an der Berliner Akademie der Künste. 1865 wurde er zum Königlichen Chordirektor ernannt. Ein Jahr später übernahm er die musikalische Verantwortung in der neu erbauten Synagoge in der Oranienburger Straße, die mit einer Orgel ausgestattet war.